KEIN JOB VON DER STANGE EIN BLICK VON OBEN STRATEGIE Schutz & Rettung. 45. Ausgabe, März Mitarbeitendenmagazin Schutz & Rettung Zürich - PDF Kostenfreier Download (2023)

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1 Schutz & Rettung 45. Ausgabe, März 2020 Mitarbeitendenmagazin Schutz & Rettung Zürich KEIN JOB VON DER STANGE Neue Arbeitgeberkampagne EIN BLICK VON OBEN Warum SRZ im Einsatz auf Drohnen setzt STRATEGIE 2020 SRZ macht sich fit für die Zukunft

2 INHALT 6DUNKLER RAUCH ÜBER DER SIHLPOST. Ende November 2019 löschte die Berufsfeuerwehr von SRZ einen Brand im Dachbereich der Sihlpost. Dabei ermöglichte eine Drohne den Blick von oben und lieferte wichtige Informationen zum Brandherd. 10 STRATEGIE An zwei Mitarbeitenden-Anlässen erläuterte Direktor Hanspeter Fehr gemeinsam mit der Geschäftsleitung die sechs überarbeiteten strategischen Ziele von SRZ und die Schwer punkte für das Jahr PORTRÄT. Alles für die Gemeinschaft: Nicole Allemann ist diplomierte Rettungssanitäterin HF und gibt in ihrer Funktion als Ausbildungsverantwortliche bei der Sanitätskompanie von SRZ ihr Fachwissen weiter. In ihrer Freizeit plant sie Reisen durch Namibia und kocht mehrgängige Profimenüs für Freunde und Familie. EDITORIAL /AGENDA 3 Die wichtigsten Events IN KÜRZE 4 5 Vermischte SRZ-Meldungen IM EINSATZ 6 8 Dunkler Rauch über der Sihlpost 9 Danke RUND UM SRZ «SRZ 2020»: Die Weichen sind gestellt 13 Stadtkunde im E-Learning: Schnell und sicher ans Ziel 14 Einführung des neuen Patientenleitsystems 15 Wenn Minuten über Menschenleben entscheiden PORTRÄT Nicole Allemann: Sharing is Caring ARBEITEN BEI SRZ 19 Personelles: Neueintritte, Pensionierungen, Jubiläen und Gradierungen Neue Arbeitgeberkampagne: «Kein Job von der Stange» BILDER UND GESCHICHTEN 22 Impressionen 23 Toby erzählt: Ein Saunabesuch mit Folgen Titelbild: Nicole Eichberg, Berufsfeuerwehrfrau bei SRZ Bild: Die Antwort 2

3 EDITORIAL AUSBLICK SRZ STELLT DIE WEICHEN NEU FILM AB Unternehmen stehen vor grossen Herausforderungen: wirtschaftlicher und technologischer Fortschritt, Umgang mit Veränderungen und Generationenwandel. Auch SRZ ist von diesen Ver änderungen betroffen und beobachtet deshalb stetig das Umfeld der Blaulichtorganisationen. Die Geschäftsleitung unterzog die bestehende Strategie einem Re-Design und setzte neue Prioritäten. Was dabei herausgekommen ist: sechs neue Ziele, unterteilt nach Leistungs- und Supportzielen. Lesen Sie auf den Seiten 10 12, wie die neuen Zielsetzungen lauten und welche Schwerpunkte wir uns für dieses Jahr gesetzt haben. Die Zürcher Bevölkerung wächst ungebremst, wir spüren diese Entwicklung täglich in unserem Arbeitsalltag. SRZ nimmt mehr Notrufe entgegen, ist mit einem Einsatzwachstum im Rettungsdienst konfrontiert und plant neue Wachen. Deshalb benötigen wir in den nächsten Jahren in allen Berufsgattungen mehr Mitarbeitende. Damit SRZ auf dem Markt als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen wird, haben wir im Januar die Kampagne «Kein Job von der Stange» lanciert. Auf unserer Website finden Sie die neuesten Stellenangebote: Rutschen Sie mit uns! Der Unternehmensfilm von Schutz & Rettung Zürich erzählt die Geschichte einer Familie, die in ihrem Alltag an verschiedenen Schauplätzen SRZ-Mitarbeitenden begegnet. Der Film ermöglicht der interessierten Bevölkerung einen spannenden und authentischen Einblick in den vielfältigen Auftrag von SRZ. Nebst der Website und YouTube wird der Film jährlich rund 5000 Besucherinnen und Besuchern von Führungen bei der Berufsfeuerwehr sowie der Sanität gezeigt. Der Trailer ist über die Social-Media- Kanäle von SRZ abrufbar. FROHE OSTERN! Aus aktuellem Anlass entfällt für diese Ausgabe die Agenda. Wir berichten ausserdem über den Einsatz von Drohnen, das überarbeitete Patientenleitsystem und die neue Gebietsabdeckungskarte in der Einsatzleitzentrale von SRZ. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieser ersten Ausgabe im neuen Jahr. Estelle Oppenheim Chefredaktorin «24h» Feedback: 3

4 IN KÜRZE EIN GRAFISCHER RÜCKBLICK AUF Mal rückte die Sanität (Rettungs- und Verlegungsdienst) 2019 insgesamt aus. Ge genüber dem Vorjahr ist das eine leichte Zunahme. Die Feuerpolizei führte im vergangenen Jahr Gebäudekontrollen sowie Schluss- abnahmen von Neu- oder Um bauten durch. Bei rund 7,8 % der Rettungseinsätze wurde zusätzlich eine Not ärztin oder ein Notarzt aufgeboten. Gegenüber 2018 stieg die Anzahl der Notrufe leicht. Bei der Einsatzleitzentrale gingen insgesamt Notrufe auf den Nummern 144 und 118 ein. Die Feuerwehr rückte insgesamt 4320 Mal in der Stadt Zürich und am Flughafen Zürich aus. Dies entspricht etwa dem Vorjahreswert der Anrufe entfielen auf die Nummer 144. Darin sind auch die Notrufe der angeschlossenen Kantone ZH, SH, SZ, ZG enthalten. DIE ABTEILUNG MATERIAL ZIEHT BILANZ Wenn Ende Jahr am Standort Leutschenbach die Zeit stillsteht, wissen alle bei SRZ: Es ist Zeit für die Inventur. Das Nachführen des Inventars ist Bestandteil des ordnungsgemässen Jahresabschlusses. Die Abteilung Material weist jeweils Ende Jahr aus, ob alle bilanzierten Vermögenswerte (Bestände) physisch vorhanden sind. Dazu gehören bei SRZ alle Materialien, die zur Ergänzung für das operative Geschäft zentral angelegt werden müssen: persönliche Ausrüstung, Ersatz-Verbrauchsmaterialien und Medikamente. Kristina Müdespacher und Raphael Kälin zählen die Einsatzkleider im Lager. Bereits im Herbst trafen die Lagerverantwortlichen die ersten Vor bereitungen für die Inventur. Urs Imhof und Ingrid Kuntner stellten acht Teams zusammen und bereiteten über 180 Materialbelege vor. Sobald diese aktiviert werden, schliesst das Lager, und es wird kein Material mehr ausgegeben. In der Zeit der Inventur zählten 20 Mitarbeitende während gesamt 379 Stunden jeden Artikel im Lager und trugen die Zahl auf dem entsprechenden Materialbeleg ein. Die Lagerverantwortlichen erfassten diese Werte anschliessend im System, bei Differenzen wurde eine Nachzählung ausgelöst. Für die Vor- und Nachbearbeitung sowie den Abschluss wendeten sie weitere 62 Stunden auf. Wolfgang Meierhofer, Abteilungsleiter Material, blickt zufrieden auf die strenge Zeit zurück: «Die Mitarbeitenden waren sehr motiviert und haben konzentriert gearbeitet, deswegen konnte die Inventur speditiv durchgeführt werden. Dank der konstanten, gewissenhaften Arbeit unter dem Jahr ent stand bei total Lagerartikeln eine Differenz von 315 Stück, zum grössten Teil aufgrund von Fehl buchun gen und das bei Lagerbewegungen. Wie jedes Jahr unterstützen uns Mitarbeitende aus anderen Bereichen: Nadine Klett, Projektleiterin Fachapplika tionen & Auswertungen, und Amina Salihovic, Praktikantin Projektoffice Standortstrategie, begleiteten die Dateneingaben. So erledigten wir die Eingaben zeitnah und nach dem geforderten Vieraugen prinzip. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitenden der Abteilung Material und allen Mitarbeitenden, die bei der Inventur mitgeholfen haben, für ihren geleisteten Einsatz und die tatkräftige Zusammenarbeit.» 4

5 24 SEKUNDEN Neben den Feuerwehreinsätzen erbrachte die Miliz- feuerwehr der Stadt Zürich 1105 Dienstleistungen. Dazu ge hört beispielsweise die Feuerwache an Veranstaltungen Diensttage leisteten die Zivilschutz- an gehörigen der Stadt Zürich im letzten Jahr und absolvierten 3715 Fahrten mit «Aktiv Plus». «NOTRUF RETTER IM EINSATZ» Die Nummer 118 wählten Hilfesuchende im Kanton Zürich Mal. DIGITALE FACHBIBLIOTHEK FÜR DEN RETTUNGSDIENST Die Höhere Fachschule für Rettungsberufe (HFRB) stellt ihren Studierenden sowie den Rettungssanitäterinnen und -sanitätern von SRZ die neue digitale Fachbibliothek eref des Thieme-Verlags zur Verfügung. Die Nutzerinnen und Nutzer greifen mit der App schnell und ortsunabhängig auf aktuelles und umfangreiches Fachwissen zu, das mit E-Learning, Videos und hochauflösenden Bildern angereichert ist. 436 Social-Media-Kanälen. Ein Video des Rettungsschlauchs erzielte auf Pascal Stephan, Fachverantwortlicher RS-Lehrgang an der HFRB: «Mit eref ermöglichen wir unseren Dozierenden und Studierenden den Zugang zu einer umfangreichen und qualitativ hochstehenden digitalen Bibliothek. Unsere Studierenden haben via App Zugang zu Fachbüchern und -zeitschriften sowie digitalen Lerninhalten wie zum Beispiel Videos, die ihnen on- und offline zur Verfügung stehen. Sie recherchieren mit der App schnell und einfach via Smartphone damit ist das Wissen jederzeit und überall verfügbar, wenn unsere Einsatzkräfte im Alltag gefordert sind.» Posts veröffentlichte die Kommunikation auf den Facebook eine Reichweite von Vor knapp acht Jahren strahlte der Schweizer Fernseh- sender 3+ zum ersten Mal das Format «Notruf Retter im Einsatz» aus. Mittlerweile ist die fünfte Staffel der Erfolgs serie in Produktion. Auch dieses Mal übernimmt Schutz & Rettung Zürich eine prominente Rolle und feiert dennoch eine Premiere. Während 15 Tagen begleitete ein Filmteam den Rettungsdienst und die Berufsfeuerwehr von SRZ und filmte die Einsatzkräfte im Dienstalltag. Die Einsatzleitzentrale öffnete für vier Tage ihre Türen und ist erstmals in einer «Notruf»- Sendung als «Hauptprotagonistin» dabei. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erleben dadurch die Alarmierungskette vom Eingang des Notrufs bis zum Abschluss des Einsatzes durch die Rettungskräfte. Die Ausstrahlung der fünften Staffel beginnt am 9. April 2020 um Uhr auf 3+. SRZ ALS TOP EMPLOYER REZERTIFIZIERT Zum zweiten Mal in Folge ist SRZ für 2020 als «Top Employer Schweiz» zertifiziert. Nach wie vor ist SRZ damit die einzige öffentliche Verwaltung in der Schweiz, die dieses Zertifikat trägt, worauf wir sehr stolz sind. Angespornt durch diese erneute Auszeichnung streben wir gemäss unseren strategischen Zielen 2020 danach, für unsere Mitarbeitenden einen positiven Arbeitsplatz zu schaffen bzw. zu erhalten, und bieten ihnen die Möglichkeit, sich das erforderliche Rüstzeug anzueignen, um ihre beruflichen und persönlichen Ziele am Arbeitsplatz zu erreichen. 5

6 IM EINSATZ Dunkler Rauch über der Sihlpost EIN BLICK VON OBEN Es ist ein ruhiger Morgen in der Wache Süd von Schutz & Rettung Zürich. Die Angehörigen der Berufsfeuerwehr nutzen die einsatzfreie Zeit für eine Übung im Hof. Kurz vor halb zwölf hallt aus der Fahrzeughalle der Feueralarm: Eine Brandmeldeanlage (BMA) hat Rauch detektiert und eine Meldung an die Einsatzleitzentrale von SRZ übermittelt. In der Einsatzleitzentrale (ELZ) bietet eine Disponentin ein Tanklöschfahrzeug (TLF) und eine Autodrehleiter (ADL) an die Kasernenstrasse 95 auf Medium richtet sogar einen Livestream ein. Deshalb bietet die Einsatzleitung das SRZ-Medienpikett auf. ein Routineeinsatz für die sieben Feuerwehrleute des heutigen BMA-Löschzugs. Vor Ort sehen die Einsatzkräfte auf der Anzeige, dass die BMA, die im sechsten Obergeschoss des Gebäudes angebracht ist, Rauch ermittelt hat. Sofort sucht der Erkundungstrupp des BMA-Löschzugs das Gebäude nach Rauch ab, allerdings Suche nach dem Brandherd Noch immer steigt dunkler Rauch über der Kasernenstrasse 95 auf. Unterdessen haben die Einsatzkräfte das dritte bis sechste Obergeschoss des Gebäudes evakuiert, weitere Teile der Sihlpost werden noch geräumt. Deshalb organisieren erfolglos. Inzwischen melden Anwohnende der umliegenden Häuser, dass sie auf dem Dach der Sihlpost Rauch und Funken sehen. Die Disponentin DIE ERLEICHTERUNG IST GROSS: DANK DER DROHNENAUFNAHMEN ENTDECKEN DIE EINSATZKRÄFTE DEN BRANDHERD. die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Sanität und Stadtpolizei gemeinsam den Schadensplatz: Patientensammelstelle, Sanitätshilfsstelle, Rettungsachse, in der ELZ leitet diese Information an den Löschzugführer weiter. Dieser lässt eine ADL- Stellung auf der Kasernenstrasse aufbauen, und tatsächlich: Standort Einsatzleitung, Sammelstelle Un- verletzte sowie ein Warteraum werden bestimmt und die Informationen an die ELZ weitergeleitet. Im Bereich des Dachs tritt Rauch aus einem Schacht aus, und der nimmt permanent zu. Sofort verlangt der Chef des Löschzugs bei der ELZ die Eskalation des Ereignisses auf das Einsatzstichwort «Brand Industrie-/Lagergebäude». Dieses zieht die Alarmierung eines zweiten TLF, des Einsatzleiters Berufsfeuerwehr Süd und des Pikettoffiziers Feuerwehr & Zivilschutz (FWZS) nach sich. Da die ADL nicht bis zum Dach reicht, wird zusätzlich der Hubretter Inzwischen hat die Besatzung im Korb des HRF die Löscharbeiten aufgenommen. Fast schlagartig verschwindet der dunkle Rauch, der Brand ist aber noch nicht gelöscht. Immer noch ist unklar, wo es brennt und wo das Feuer ausgebrochen ist. Die Einsatzkräfte haben von innen her keinen Zugang zum Brand, und die Einsatzleitung blickt von ihrem Standort aus nicht aufs Dach. Ein Blick von oben wäre hilfreich. (HRF) aufgeboten. Dieser erreicht eine maximale Höhe von 52 Metern. Drohnen verschaffen Klarheit Der Blick von oben wird ermöglicht. Seit Herbst 2019 Die nachrückenden Einsatzkräfte erblicken den dunklen Rauch über dem Dach der Sihlpost schon von Weitem: Ja, auf dem Dach an der Kasernenstrasse 95 brennt es. Der Hubretter erreicht das Ziel, wird sofort in Stellung gebracht und für den Löschangriff vorbereitet. «Jetzt brennt auch das Dach!», funkt der Lösch zugchef dem Pikettoffizier FWZS. Umgehend bietet dieser eine weitere ADL auf. Es ist Mittagszeit, viele Schaulustige bleiben stehen, und erste Jour nalistinnen und Journalisten versammeln sich vor der Absperrung. Ein Onlinetestet SRZ in einem Pilotver such den Einsatz von Drohnen und betreibt zu diesem Zweck ein Drohnenpikett. Bei bestimmten Einsatzstichworten (z. B. «Brand Industrie-/Lagergebäude») wird das Drohnenpikett automatisch aufgeboten so auch bei diesem Einsatz. Sobald der diensthabende Drohnenpilot mit der Drohne vor Ort ist, erteilt ihm der Pikettoffizier FWZS den Auftrag, die Drohne über dem Dach einzusetzen. Kurze Zeit später liefert sie messerscharfe Bilder vom Brandherd, sowohl in hoher Fotoqualität wie auch als Infrarotaufnahme (Wärmebildkamera). 6

7 Auf dem Dach der Sihlpost brennt es, doch die Einsatzkräfte gelangen von innen nicht zum Brand, und die Ein satz leitung blickt von ihrem Stand ort nicht auf den Brandherd. Die SRZ-Drohne ermöglicht den Blick von oben und schaf ft Klarheit. 7

8 IM EINSATZ Die Erleichterung ist gross: Dank der Aufnahmen erblicken die Einsatzkräfte den Brand herd. Um die Glutnester zu löschen, müssen die Feuer wehrleute die Metallverkleidung rund um den Lüftungsschacht auftrennen. Doch warum bren nt es überhaupt? Eine defekte Heizung kann ausgeschlossen werden, das Gebäude wird mit Fernwärme versorgt. Die Einsatzleiter studieren die Droh nen bilder eingehend und erblicken im Lüftungsschacht ein Ofenrohr. Sofort treffen die Einsatzkräfte weitere Abklärungen: Das Ofenrohr gehört zu einer Pizzeria im Erdgeschoss. Und der Pizzaofen ist immer noch in Betrieb. Brandherdsuche mit Drohne bei diesem Ereignis hat sich die Drohne als wichtiges Hilfsmittel für die Bewältigung des Einsatzes erwiesen. Dank der scharfen Aufnahmen wurde der Brand gezielt und letztlich auch rasch und ohne grosse Schäden gelöscht. Gegen 14 Uhr konnten die Mitarbeitenden im betroffenen Gebäude ihren geregelten Tagesbetrieb wieder aufnehmen. Text: Jan Bauke, Basil Brühlmann Bilder: Julia Graf WANN KOMMEN DIE DROHNEN ZUM EINSATZ? Die Drohnen unterstützen die Einsatzkräfte bei der Ereignisbewältigung. Sie zeigen das Gesamtbild über die Lage und ermöglichen Einblicke, die anderweitig nicht möglich wären. Die Einsatzkräfte gewinnen dank der Drohnen Zeit, wodurch Schäden minimiert werden. Die Drohnen können von der Einsatzleitung vielfältig eingesetzt werden, denn sie: ermöglichen einen Überblick über die Schadenslage aus der Luft. eruieren Brandherde. machen Glutnester ausfindig. messen die Temperatur am Brandherd oder von Strukturen. übermitteln Wärmebilder. helfen bei der Suche nach verletzten Personen mit der optischen und der Wärmebildkamera. unterstützen bei Höhenretter-Einsätzen, indem sie einen Überblick in unwegsamen Gelände verschaffen. zeigen das Ausmass einer Schadenslage bei Grossereignissen, Unwettern oder Gewässerverschmutzung. WER BEDIENT DIE DROHNEN? HABEN DIESE PERSONEN EINE BESONDERE AUSBILDUNG? Derzeit stehen neun professionell ausgebildete Drohnenpiloten im Einsatz, unter Berücksichtigung der Vorgaben durch Bund, Kanton und Stadt Zürich. Sie haben eine mehr tägige Grundausbildung absolviert und be suchen regelmässig Weiterbildungskurse. Aus serdem trainieren sie die Handhabung während Übungen mit der Feuerwehr und der Sanität. 8

9 IM EINSATZ Hilfe in der Not VIELEN DANK! Sei es aufgrund eines medizinischen Notfalls, bei einem Brand oder in einer schwierigen emotionalen Lage die Rettungskräfte von SRZ helfen, löschen oder retten Menschen und Tiere rund um die Uhr. In der Regel zeigen sich die Betroffenen und ihre Angehörigen in diesen Momenten äusserst dankbar. Und manchmal erhalten die Rettungskräfte in den Tagen danach sogar ein persönliches Dankeschön. 9

10 Strategie Re-Design «SRZ2020»: Die Weichen sind gestellt Sieben Jahre ist es her, dass sich SRZ unter dem Projektdach «SRZ2013plus» strategisch neu ausgerichtet hat. Inzwischen hat sich das Umfeld von SRZ weiter verändert: Themen wie die Digitalisierung, der Umgang mit Veränderungen und der Generationenwandel sind wichtiger geworden. Die Geschäftsleitung hat deshalb entschieden, die Strategie einem sanften Re-Design zu unterziehen. Unter dem Motto «SRZ2020» hat sie die bestehenden Ziele ergänzt und neue Akzente und Prioritäten gesetzt. Die Grundlage zur neuen Strategie «SRZ2020» bleibt der Auftrag von SRZ: «Wir schützen und retten Menschen, Tiere, Sachwerte und die Umwelt rund um die Uhr.» Auch Vision und Mission mit ihren Werten bleiben bestehen, ebenso die Leistungsorganisa tion mit ihren drei Stabs- und fünf Linienbereichen. Der Geschäftsleitung (GL) war es bei der Überarbeitung der strategischen Ziele wichtig, neuen Einflüssen Rechnung zu tragen und Bewähr tes weiterzuentwickeln. Herausforderungen und Unsicherheiten. Auf dieser Basis entwickelten sie für ausgewählte Handlungsschwerpunkte wie zum Beispiel Markt, Generationen und Digitalisierung mögliche Han dlungsoptionen und Zukunftsszenarien. Aus diesen leiteten die Mitglieder der GL für jedes Thema ein gewünschtes Zielbild ab und bündelten die Erkenntnisse in sechs strategischen Zielen (siehe Seite 12). Am Anfang der Überarbeitung trugen die GL-Mitglieder Erfolgsfaktoren und Potenziale für die kommenden zehn Jahre zusammen und benannten die wichtigsten Ziele mit Innen- und Aussenwirkung Die neue SRZ-Strategie unterscheidet zwischen Leistungs- und Supportzielen. 10

11 RUND UM SRZ SRZ unterscheidet neu zwischen Leistungs- und Supportzielen Die Leistungsziele zeigen, wie sich SRZ nach aussen entwickeln will. Sie sind für die Bevölkerung im Kontakt mit SRZ wie auch für unsere Kundinnen und Partner spürbar. Bildlich gesprochen bringen uns die Leistungsziele auf dem Weg in Richtung Vision Schritt um Schritt voran. Es ist, als ob wir einen Teppich ausrollen würden, indem wir ihn immer wieder anstossen. Die Supportziele wirken gegen innen. Sie sagen etwas darüber aus, wie wir uns aufstellen müssen. Mit den Supportzielen bilden wir die Basis, auf der wir die Leistungsziele erreichen. Wieder bezogen auf das Bild heisst das: Wir können den Teppich nur weiter ausrollen, wenn viele Hände die Strecke hinter und vor uns tragen und stabilisieren. Das System bricht zusammen, wenn keine neuen Ideen zur Stabilisierung entwickelt werden oder die einzelnen Hände nicht mehr koordiniert zusam menarbeiten. Der Illustrator Daniel Müller hat in Anlehnung an die bisherige Strategie die Abbildung links und die einzelnen Ziele bildlich dargestellt. Diese Illustrationen werden SRZ in der Umsetzung der Strategie über die kommenden fünf bis sieben Jahre begleiten und sind ein wichtiges Instrument in der externen und der internen Kommunikation. Sie zeigen den Mitarbeitenden, in welchem Zusammenhang ihre tägliche Arbeit und einzelne Projekte zum strategischen Erfolg von SRZ stehen. Kommunikation nach innen Ende 2019 stellte die GL die neuen strategischen Ziele den Kadern im Detail vor. Im Januar 2020 wurden die Mitarbeitenden informiert. An zwei Anlässen erläuterte Direktor Hanspeter Fehr die sechs Ziele und die Schwerpunkte für das Jahr In der anschliessenden Podiumsdiskussion beantwortete die GL Fragen und führte die Überlegungen hinter der Strategie genauer aus. Michael Schumann, Bereichsleiter Sanität, betonte zum Leistungsziel 1 («SRZ baut Kernleistungen aus und steigert die Kundenzufriedenheit»), dass man nicht ein Wachstum um jeden Preis anstrebe. Wenn sich eine günstige, sinnvolle Gelegenheit zur Erweiterung des Einsatz- oder Dispositionsgebiets ergebe, werde diese aber geprüft. Die Übernahme des Rettungsdiensts für das Spital Affoltern werde momentan geplant. Der Zweck verband «Spital Affoltern» hat die Stadt Zürich aktiv angefragt, ob SRZ diese Leistungen künftig erbringen könne. Die Bereichsleiterin HRM, Beatrice Potisk, erläuterte das Leistungsziel 2 («SRZ agiert aktiv in Veränderungen»). Wie fördert SRZ die Diversität unter den Mitarbeitenden? Heute liegt das Durchschnittsalter bei SRZ bei 46 Jahren, 80 Prozent der Mitarbeitenden sind Männer und nur etwas mehr als 10 Prozent der Führungskräfte sind Frauen. Dies warf die Frage auf, ob SRZ zukünftig nur noch junge Frauen einstellen und befördern wird? Beatrice Potisk stellte klar: Bei einer Bewerbung erhalte wie bisher die geeignetste Person die Stelle. Seien zwei BewerberInnen gleich geeignet, erhalte das untervertretene Geschlecht den Vorzug. Man wisse aber, 11

12 RUND UM SRZ dass gemischte Teams besser arbeiten, da Haltungen, Ideen, Meinungen und Werte aus verschiedenen Perspektiven sich gegenseitig bereichern. Deswegen setze SRZ wo möglich auf eine gute Durchmischung von jungen und älteren Menschen, Frauen und Männern, mit unterschiedlicher privater und beruflicher Herkunft und Erfahrung. Zum Supportziel 3 («SRZ macht sich fit für die digitale Transformation») erklärte Theo Flacher, Bereichs leiter Einsatz & Prävention, dass SRZ nicht unbedingt eine Vorreiterrolle in der technischen Inno vation anstrebe. Es gehe darum, dass sich SRZ mit einer stabilen Basisinfrastruktur für die anstehenden technologischen Neuerungen bereit mache. Der Bereichsleiter Zentrale Dienste, Thomas Heil, ergänzte: «Für mich steht die Dienstleistung für die Mitarbeitenden und Kunden im Zentrum. Ziel ist es, die gewachsene ICT-Architektur bei SRZ zu vereinfachen, um neue Anforderungen und Projekte rasch um zusetzen und eine hohe Zuverlässigkeit zu gewährleisten.» Das Publikum verdankte diese und weitere Antworten mit herzlichem Applaus. Im Schlusswort brachte es Direktor Hanspeter Fehr auf den Punkt: «Die neuen Ziele sind nun zwar formuliert, aber sie sind erst ein Versprechen. Was zählt, ist das gemeinsame Handeln, das nun folgen wird.» Vertiefte Informationen zu den sechs strategischen Zielen und den Schwerpunkten im Jahr 2020 finden Sie im Intranet unter: Services/strategie-«srz2020» (SRZ intern). Text: Jenny Oswald Bilder: Johannes Dietschi Leistungsziele L1 SRZ baut Kernleistungen aus und steigert die Kundenzufriedenheit. L2 SRZ agiert aktiv in Veränderungen. L3 SRZ ist als Marktführerin anerkannt. Strategische Ziele SRZ 2020 Supportziele S1 SRZ ist eine attraktive Arbeitgeberin und bietet vielseitige Perspektiven. S2 SRZ setzt die Standortstrategie erfolgreich um. S3 SRZ macht sich fit für die digitale Transformation. 12

13 RUND UM SRZ Stadtkunde im E-Learning SCHNELL UND SICHER ANS ZIEL Alle Wege führen nach Rom allerdings nicht gleich schnell. Für Reisende mag die längere Route die interessantere Wahl sein, bei Blaulichteinsätzen zählt jedoch jede Minute. L2 SRZ agiert aktiv in Veränderungen. Werden Einsatzkräfte alarmiert, bestimmen sie als Erstes den Anfahrtsweg zum Einsatzort. Eine geeignete Routenwahl bringt ebenso Zeitvorteile wie der Einsatz mit Sondersignal. Deshalb informiert die Schichtleitung täglich im Morgenrapport über bestehende Sperrungen, Baustellen, Höhen- und Gewichts beschränkungen, Demonstrationen oder ander weitige Anlässe im Einsatzgebiet. Über das elektronische Tool «Integriertes Lagebild» verschaffen sich die Einsatzkräfte ergänzend einen Über blick über die aktuelle Lage (siehe «24h» Nr. 39 von 2018). Die Einsatzfahrzeuge von SRZ sind zwar alle mit Navigationssystemen ausgerüstet, diese nehmen jedoch nur beschränkt Rücksicht auf aktuelle Gegebenheiten im Einsatzgebiet. Deshalb benötigen ausrückende Mitarbeitende grundlegende Kenntnisse der Stadt, um eine sinnvolle Route zu wählen. Damit sich die Rettungskräfte dieses Wissen systematisch aneignen können, erstellten Mitarbeitende des Rettungsdiensts, des Verlegungsdiensts und der Berufsfeuerwehr ein umfangreiches Stadt kundepaket im E-Learning. In der einsatzfreien Zeit erarbeitete das Team, dem zeitweise über zehn Personen aus verschiedenen Bereichen angehörten, in über 400 Arbeitsstunden die Inhalte der Lernmodule. Zum E-Learning-Tool gelangen alle SRZ-Mitarbeitenden im städtischen Lernbistro unter «SRZ Ortskenntnisse» oder direkt über diesen Link: contents/9242 (SRZ intern). Ein Modul pro Stadtkreis Das E-Learning-Tool ist modulartig aufgebaut: Jeder Stadtkreis und seine Quartiere werden in einem Modul abgehandelt. Pro Stadtkreis sind die wesentlichen Strassen, Plätze und Ausfahrtachsen ab den SRZ- Wachen sowie Altersheime und Endhaltestellen der VBZ-Linien beschrieben sowohl mit Text als auch mittels Animationen. Somit decken die Module die Grundlagen der Stadtkunde und die verkehrstechnischen Strukturen der Stadtkreise ab. Spezielle Strassen und weniger wichtige Verkehrsflächen wie etwa das Himmelsleiterli (Fussweg, der die Zürichbergstrasse mit der alten Kirche Fluntern verbindet) oder der Rumpumpsteig wurden nicht berücksichtigt. Dafür erwartet Nutzerinnen und Nutzer die eine oder andere Anekdote und Anmerkung zur Namensgebung bestimmter historischer Plätze und Strassen. Das E-Learning-Tool kann von allen SRZ-Mitarbeitenden genutzt werden. Es richtet sich primär an jene, die noch ungenügende Kenntnisse in der Stadtkunde besitzen oder neu in der Stadt Zürich arbeiten. Mitarbeitende, die ihr Wissen auffrischen möchten, werden sicher den einen oder anderen «Aha-Moment» erleben. Text und Bild: Björn Deppeler Anregungen oder Fragen können an die - Adresse des E-Learning-Teams Rettungsdienst gesendet werden: Das Stadtkundeteam wünscht allen beim Nutzen der Module viel Spass, lehrreiche Momente und allzeit sichere Fahrt. 13

14 RUND UM SRZ Schweizweite Lösung EINFÜHRUNG DES NEUEN PATIENTENLEITSYSTEMS Das Patientenleitsystem (PLS) erleichtert es den Einsatzkräften bei einem Massenanfall von Verletzten, diese schnell medizinisch zu versorgen und eindeutig zu kennzeichnen. Das neue PLS wird zurzeit in der ganzen Schweiz eingeführt. SRZ war massgeblich an der Entwicklung und der Umsetzung beteiligt. Mittels perforierter Papierkarte werden die Verletzten in sechs verschiedenfarbige Kategorien eingeteilt und so priorisiert. Das in der Schweiz bis anhin gebräuchliche, orange PLS des Interverbands für Rettungswesen (IVR) stammt aus dem Jahr Weil Rettungskräfte den Verletzten an Übungen und Ein sätzen unterschiedliche Kategorien für Bergungs-, Behandlungs- und Transportpriorität vergaben, standen sie bei der Anwendung des PLS immer wieder vor den gleichen Schwierig keiten: Der Patientenfluss am Einsatzort war mangelhaft oder geriet ins Stocken. So stieg der Druck, das PLS zu überarbeiten und eine einheitliche Kategorisierung der Patientinnen und Patienten zu erreichen. Im Jahr 2017 startete eine Ad-hoc- Gruppe mit der Überarbeitung des PLS. Aus allen Landesteilen beteiligten sich RettungssanitäterInnen sowie Notärztinnen und Notärzte an der Erarbeitung des Produkts. Damit Rettungskräfte schweizweit das neue PLS anwenden können, musste sowohl sprachlich wie auch für die grafische Darstellung ein Konsens gefunden werden. Das PLS umfasst neu eine Papierkarte und ein Armband sowie sechs verschiedenfarbige Kategorien. Während die Pre-Triage also die grobe Erstsichtung der Patientinnen und Pa tienten bislang mittels «Urgent»-Karte der Bergungspriorität der Verletzten diente, ermöglicht sie neu die rasche Auf nahme des Patientenflusses dank einer algorithmusbasierten Einteilung der Verletzten in Kategorien durch die Rettungskräfte. Im Grundsatz gilt: Finde so rasch wie möglich die rote Patientin. Für die Behandlung und den Transport gilt: ROT vor GELB vor GRÜN. Die ärztliche Triage erfolgt so früh wie möglich am Einsatzort, jedoch spätestens beim Spital eintritt. So werden die Patientinnen und Patienten möglichst schnell unter Aufrechterhaltung der Individualmedizin dem geeigneten Zielspital zugeführt. «NEU IST DIE ERKENNUNGS NUMMER SCHWEIZWEIT GÜLTIG UND NICHT MEHR AN DIE KANTONE GEBUNDEN.» Durchwegs positives Feedback Die Erkennungsnummer auf dem Armband ist mittels QR-Code einlesbar. Neu ist die Erkennungsnummer keine ZH-Nummer mehr, sondern eine CH-Nummer mit zwei Buchstaben und drei Zahlen. Damit sind die Arm bänder schweizweit einsetzbar und nicht an die Kantone ge bunden. Auch die Schweizer Armee ist vom Produkt begeistert und führt es, neben 20 weiteren Kantonen, im Lauf dieses Jahres ein. SRZ bestellte bereits im November 2018 die ersten Stück und schulte im vergangenen Frühling die Mitarbeitenden des Rettungsdiensts und später auch die des Verlegungs diensts. Im Herbst 2019 absolvierten die Superuser jeder Dienstgruppe einen Refresher und gaben einheitlich positive Rückmeldung. Ebenfalls im letzten Jahr instruierte SRZ sämtliche Rettungsdienste der Kantone Zürich, Schaf fhausen und Schwyz. Bei der ICAO-Übung Ende Nov ember am Flughafen Zürich setzte SRZ das neue PLS ein und testete es erfolgreich. Anfang dieses Jahres rüstete SRZ sämtliche Fahrzeuge des Bereichs Sanität mit dem neuen PLS aus. Text: Flavia Bütler Die Erkennungsnummer auf dem Armband ist mittels QR-Code einlesbar. 14

15 RUND UM SRZ Neue Gebietsabdeckungskarte WENN MINUTEN ÜBER MENSCHENLEBEN ENTSCHEIDEN Die Disponentinnen und Disponenten der Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung Zürich tragen eine enorme Verant wortung. Bei jedem Einsatz ist die Qualität der Informationen zum vorliegenden Notfall genauso zentral wie die möglichst detaillierte Kenntnis der Verfügbarkeit von Rettungsfahrzeugen in Echtzeit. L1 S3 SRZ baut Kern leist ungen aus und steigert die Kun den zufriedenheit. SRZ macht sich fit für die digitale Trans formation. Das Dispositionsgebiet für den Sanitätsnotruf 144 der Einsatzleitzentrale (ELZ) von Schutz & Rettung Zürich umfasst die Kantone Zürich, Schaffhausen, Zug und Schwyz. Dies entspricht einer Zuständigkeit für ca. 1,8 Millionen Menschen also rund 22 Prozent der gesamten Schweizer Bevölkerung. Die Mitarbeitenden der ELZ koordinieren Notfall einsätze von 17 verschiedenen Rettungsdiensten und organisieren Kranken- sowie Spezialtransporte. Die Calltakerinnen und -taker leiten Hilfesuchende am Telefon an, während die Disponentinnen und Disponenten die benötigten Einsatzmittel und Rettungskräfte alarmieren und während des gesamten Einsatzes mit ihnen in Kontakt bleiben. Die Messlatte ist hoch 2018 verankerte die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich in der Verordnung für das Rettungswesen die wegweisende «Nächst-Best-Strategie». Diese fordert, dass für vital gefährdete Patientinnen und Patienten das bestmögliche und am schnellsten verfügbare Einsatzmittel (boden- oder luftgebunden) disponiert wird unabhängig von der Gebietszuständigkeit. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat SRZ zusammen mit der Software-Firma Convexis eine Gebiets abdeckungs karte entwickelt und vor einigen Wochen lanciert. Die ELZ evaluiert seither laufend, wie sich das innovative Tool auf die Qualität der Dispositionen auswirkt, und optimiert es wo nötig. Vorausschauende Gebietsabdeckung Die Gebietsabdeckungskarte ist an allen Arbeitsplätzen in der ELZ installiert und steht allen Mitarbeitenden der ELZ zur Verfügung. Die Software eruiert alle verfügbaren Rettungsfahrzeuge rund um die Uhr und zeigt die besetzten als auch unbesetzten Wachen auf. Hierfür errechnet die Software laufend den Standort freier Fahrzeuge und stellt für jede Einheit fest, ob sie einen bestimmten Einsatzort innert nützlicher Frist erreichen kann. Sofern ein Gebiet eine Unterversorgung aufweist, ist die Disponentin oder der Disponent berechtigt, ein Die Gebietsabdeckungskarte zeigt im oberen Bild die Unterversorgung des Gebiets um die Stadt Winterthur. Mit der von der ELZ angeordneten Verschiebung eines Rettungsmittels wird die Wiederversorgung erreicht (unten). Rettungsfahrzeug in einen Warteraum zu be ordern, um die rasche Versorgung wieder zu gewährleisten. Dadurch greifen die Disponentinnen und Disponenten proaktiv in das Geschehen ein und optimieren die Abdeckung des Einsatzgebiets. «Mit der Gebietsabdeckungskarte erhalten unsere Mitarbeitenden ein reales, auf Fakten basiertes Abbild der aktuellen Situation. Dies schafft einen echten Mehrwert und bildet ein hervorragendes Hilfsmittel für Disponentinnen und Disponenten sowie Schichtleitende, um in Notsituationen noch effektiver zu agieren», betont Reto Trottmann, Abteilungsleiter Einsatzleitzentrale und Mitinitiant des neuen Arbeitsinstruments. Text und Bilder: Marco Aeschlimann 15

16 PORTRÄT Nicole Allemann SHARING IS CARING Als eineiiger Zwilling lernte Nicole schon früh, was es heisst zu teilen. Noch heute ist es für sie das grösste Glück, einzigartige Momente und Emotionen gemeinsam mit ihren Wegbegleitern zu erleben. Auch in ihrer Funktion als Ausbildungsverantwortliche bei der Sanitätskompanie von SRZ gibt die diplomierte Rettungssanitäterin ihr wertvolles Wissen im Dienst der Gemeinschaft weiter. «Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.» Wäre dieses Zitat nicht bereits vor Jahren der Feder Albert Schweitzers entsprungen, hätte ich es wohl im Rahmen dieses Porträts von Nicole Allemann niedergeschrieben. Ob sie nun in stundenlanger Arbeit eine Reise durch Namibia für Verwandte und Bekannte plant, ihre Dienstgruppe mit einem unvergesslichen Festmahl beim gemeinsamen Weihnachtsessen beglückt oder den Zürcher Milizkräften der Sanitätskompanie ihr Fachwissen aus dem Alltag als diplomierte Rettungssanitäterin HF vermittelt für Nicole ist klar: In der Gemeinschaft liegt die Kraft! Vom Hobby zum Beruf Nicole kam 1979 in Bern zur Welt, und das sozusagen im Doppelpack. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester und einer weiteren Schwester genoss sie eine unbeschwerte Kindheit und liess sich, insbesondere während der Schulzeit, die Vorzüge des Zwillingsdaseins nicht entgehen: «Da uns niemand auseinanderhalten konnte, «ALS RETTUNGSSANITÄTERIN KANN ICH DEN erlaubten wir uns ab MENSCHEN MIT WENIGEN HILFSMITTELN und an einen kleinen GANZ VIEL GUTES TUN. HEUTE WÜRDE ICH Scherz mit den Lehrpersonen. Meine DEN GLEICHEN WEG WIEDER GEHEN!» Schwester ist handwerklich sehr geschickt und ging für mich ins Zeichnen, während ich ihre Franz-Lektionen übernahm», erinnert sich Nicole mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dass sie mit den Händen doch nicht allzu ungeschickt ist, zeigte sich spätestens auf dem Handballfeld. Dort schaffte sie es bis in die Nati A und für kurze Zeit sogar in die Juniorinnen-Nationalmannschaft. Für den Spitzensport blieb jedoch keine Zeit mehr, als sie die Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte. Leider fühlte sie sich in diesem Beruf nie richtig aufgehoben: «Mir fehlte das selbstständige Arbeiten, die Herausforderung. Ich hatte ständig das Gefühl, dass da noch mehr kommen muss.» Es war in dieser Zeit, als sie ihre erste grosse Liebe traf und intensiv mit dem Thema Blaulicht konfrontiert wurde: «Er schwärmte für Ambulanzen», lacht Nicole. Von seiner Euphorie angesteckt, begleitete sie ihren damaligen Partner mehrere Male an Motorradveranstaltungen, um dort einen privaten Rettungsdienst bei der medizinischen Versorgung der Teilnehmenden zu unterstützen. «Ich musste präsent sein und Vollgas geben, das war genau mein Ding.» Und somit entschied sich Nicole, ihr Hobby zum Beruf und die Ausbildung zur diplomierten Rettungssanitäterin HF zu machen. Im kommenden Juni arbeitet Nicole seit 17 Jahren bei SRZ: «Ich bin Inventarnummer 218», grinst sie. «In diesem Beruf kann ich den Menschen mit wenigen Hilfsmitteln ganz viel Gutes tun. Das liebe ich, und ich würde heute wieder den gleichen Weg gehen!» In ihrer Freizeit engagiert sich Nicole zudem für die Milizfeuerwehr von SRZ zu Beginn als Mitglied der Sanitätskompanie, seit über fünf Jahren als Ausbildungs verantwortliche. Dazu gehören zahlreiche Events pro Jahr, an denen sie zusammen mit ihrer Mann schaft für das medizinische Wohl der Besucher- Innen sorgt, den Rettungsdienst von SRZ an Grossanlässen in der Stadt Zürich vor Ort unterstützt oder die Wachverstärkung sicherstellt. Roter Sand und blauer Himmel Ihnen kommt der Name Nicole Allemann irgendwie bekannt vor? Dann haben Sie ihn allenfalls im Ma gazin «National Geographic» gelesen! Das Magazin publizierte mehrere ihrer Reisebilder. Mir wird schnell klar, warum, als mir Nicole eine Auswahl ihrer besten Schnapp schüsse zeigt. Obwohl sie sich selber als Hobby fotografin bezeichnet, habe ich das Gefühl, Hochglanzbilder aus einem Reisekatalog anzuschauen. Destination? Namibia! «Es ist eines der grossen Fotoländer», erklärt mir Nicole mit glänzenden Augen. «Dank dem roten Wüstensand und dem blauen, teils wolkenverhangenen Himmel, wird einfach jedes Bild spektakulär», ergänzt sie. Doch nicht nur der Fotografie und der sagenhaften Tierwelt wegen ist sie seit ihrem ersten Besuch 2009 immer wieder ins südliche Afrika zurückgekehrt. «In diesem Land ergreift mich eine 16

17 Der Beruf als diplomierte Rettungssanitäterin HF fordert Nicole körperlich und emotional. Beim Kochen und bei der Reiseplanung findet sie den nötigen Ausgleich. 17

18 Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen mit mehrgängigen Menüs so zum Beispiel an einem Weihnachtsessen mit ihrer Dienstgruppe. Ihre Spezialität? «Ich gebe sehr viel Geld für gutes Fleisch aus», gesteht mir Nicole und fügt an, dass ein gutes Stück Fleisch auch immer eine gute Beilage verdiene. Inspiration fürs Kochen holt sie sich bis heute beim Reisen, in Italien durfte sie für ein Restaurant gar ein Rezeptbuch bebildern und kochte gleich alle Rezepte nach. In Spanien lernte sie schliesslich einen Koch kennen, der ihr Können sofort erkannte. Er fackelte nicht lange und führte sie in die internationale Kochvereinigung CookArt ein, wo sie seit vier Jahren unendliche Ruhe», so Nicole. Eine solche Reise bedingt immer eine fein säuberliche Vorbereitung. Vor allem dann, wenn man gleich für eine ganze Reisegruppe mit plant immer öfter wurde Nicole von Verwandten und Bekannten angefragt, ob sie sie auf einer ihrer unvergesslichen Reisen durch die als einziges Laienmitglied unter Profiköchen ihr Talent unter Beweis stellt. Das Ziel der Vereinigungsmitglieder ist in erster Linie, voneinander zu lernen. Dabei steht stets der soziale Gedanke im Fokus. Gekocht wird auch regelmässig an gemeinnützigen Charity-Events so zum Beispiel im kommenden Wüste Namib begleiten dürfen. IM JUNI KOCHT NICOLE MIT DER KOCH Juni in Wien: Seither plant die Froh natur praktisch jährlich eine komplette Reiseroute und übernimmt vor Ort die Rolle des Guides: «Solche Safarireisen VEREINIGUNG COOKART IN WIEN, UM SPEN DEN FÜR KINDER ZU SAMMELN, DIE AN DER LUNG ENKRANKHEIT ZYSTISCHE FIBROSE ERKRANKT SIND. «Unter dem Motto Friends for Special Children darf ich mit meinen Kollegen im Hotel The Ritz-Carlton sind extrem kostspielig, die meisten sparen lange darauf hin. Meiner Meinung nach hat es jede und jeder kochen und so Spenden für Kinder sammeln, die an der Lungenkrankheit Zystische Fibrose erkrankt sind.» verdient, unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.» Sie selber habe schon sehr viele gute, aber auch negative Erfahrungen gemacht, und davon sollten ihre BegleiterInnen profitieren: «Mein Lohn sind die Freude und die Emo tionen meiner Mitreisenden.» Guter Rat muss also nicht immer teuer sein danke, Nicole! Geplantes Faulenzen Bleibt bei all dem Engagement überhaupt noch Zeit für Erholung? «Ich kann extrem faul sein, wenn ich will», beantwortet Nicole meine Frage. Es sei allerdings mehr ein geplantes Nichtstun zum Beispiel, wenn sie ein Kochbuch durchstöbere, einkaufen gehe Im Oktober dieses Jahres steht eine Campingreise tief in der Natur an keine Lodges, gekocht wird selber: «Das wird zwar anders, aber bestimmt nicht schlechter», zwinkert mir Nicole zu. Und hier folgt gleich ihr offizieller Aufruf an alle LeserInnen: «Es gibt noch freie Plätze. Wer mich begleiten möchte, soll sich ungeniert melden!» und abends ein Festmahl für ihre Liebsten zaubere. «Es ist die Kombination aus Familie, Freunden und meinem Partner, die mich glücklich macht.» Letzterer unterstütze sie bei allem, was sie mache, und liebe ihr enthusiastisches Wesen. Als ich Nicole frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, findet sie klare Worte: «Alles, was ich brauche, ist ein gutes Stück Fleisch und ein scharfes Messer», lacht sie. Nein, Viele Köche versüssen den Brei Man könnte meinen, das Talentkontingent sei bei Nicole mit dem Spitzensport und der Fotografie aufgebraucht. Bekannterweise sind aber aller guten Dinge drei. Was vor Jahren mit einfachem «meditativen das allein reiche natürlich nicht. «Es tönt jetzt vielleicht etwas banal, aber ich wünsche mir vor allem Gesundheit. Der Beruf als Rettungssanitäterin erinnert mich tagtäglich daran, welch grosses Privileg es ist, am Morgen aufzustehen und gesund zu sein.» Schnippeln» nach einem strengen Arbeitstag begonnen hatte, baute Nicole schnell zum fortgeschrittenen Rüsten aus und entdeckte so ihre Leidenschaft fürs Kochen. Schon bald beglückte sie Familie, Text: Eliane Schlegel Bilder: Nicole Allemann, Oliver Kehl, Heat and Meat, Eliane Schlegel 18

19 ARBEITEN BEI SRZ Personelles WILLKOMMEN UND ALLES GUTE NEU BEI SRZ VORNAME / NAME FUNKTION BEREICH EINTRITT Yannick Hangartner Brandschutzexperte Einsatz & Prävention Roger Jutzi Teamleiter Weiterbildung HFRB Elmedina Kastrati Sachbearbeiterin AVOR SAP Zentrale Dienste Niculin Lutz ICT-Projektleiter Zentrale Dienste Luca Tuzza Stabsmitarbeiter Logistik Zentrale Dienste Andrea O Suilleabhain HR Projekte & Nachsorge HRM Hansjürg Buholzer Senior Projektleiter Bau Direktion Flavia Gabathuler Calltakerin Einsatz & Prävention Denise Neugebauer Calltakerin Einsatz & Prävention Michael Schmid Datenmanager Einsatz & Prävention Maya Schneeberger Organisations- und Personalentwicklerin HRM Andreas Zillig Teamleiter Zentrale Dienste Stefan Fritschi Poly-Disponent Einsatz & Prävention Manuela Klöpfel Applikationsmanagerin Zentrale Dienste Raphael Lüthi Berufsfeuerwehrmann FW&ZS Claudio Solèr Berufsfeuerwehrmann FW&ZS Lukas Studer Fachbearbeiter Grossanlässe Einsatz & Prävention PENSIONIERUNGEN VORNAME / NAME FUNKTION ABTEILUNG EINTRITT AUSTRITT René Birrfelder FB Fort- und Weiterbildung RD Aus-, Fort- und Weiterbildung Roland Büchler Poly-Disponent Einsatzleitzentrale Marcel Schneider Brandschutzexperte Feuerpolizei Hans-Peter Pfister Transportsanitäter Verlegungsdienst Jürg Leutwiler Berufsfeuerwehrmann Berufsfeuerwehr Flughafen JUBILÄEN ZUSAMMEN 260 JAHRE HABEN SICH DIESE MITARBEITENDEN FÜR SRZ EINGESETZT Bernhard Bertschi (10), Benjamin Burri (10), Nicolas Despont (10), Christian Häberlin (20), Fabian Huser (15), Philippe Jacot (30), Stefan John (20), René Kägi (15), Lukas Lohri (10), Andreas Mäder (15), Thomas Meier (15), Andreas Neukomm (25), Sarah Ott (20), Sandro Stampfli (10), Remo Vogel (20), Heinz Zürcher (15) GRADIERUNGEN VORNAME / NAME GRAD ALT GRAD NEU FUNKTION DATUM Remo Fillinger Gfr Kpl mba Berufsfeuerwehrmann Philippe Jacot Gfr Kpl mba Berufsfeuerwehrmann Reto Neuhäusler Wm Lt Milizfeuerwehr & Zivilschutz Alexander Troch Lt Oblt Milizfeuerwehr & Zivilschutz

20 ARBEITEN BEI SRZ Neue Arbeitgeberkampagne «KEIN JOB VON DER STANGE» Schutz & Rettung Zürich hat im Januar 2020 eine gezielte Kampagne lanciert, um die eigene Arbeitgebermarke weiter zu schärfen. Die Kampagne «Kein Job von der Stange» ist zurzeit auf ausgewählten Medienkanälen präsent. Ziel ist es, SRZ langfristig als attraktive Arbeitgeberin auf dem Markt zu positionieren. S1 SRZ ist eine attraktive Arbeitgeberin und bietet vielseitige Perspektiven. Warum eine neue Arbeitgeberkampagne? Als grösste zivile Rettungsorganisation der Schweiz ist SRZ gefordert: Neue Aufgabenbereiche (z. B. Verlegungsdienst), die steigende Anzahl Notrufe, ein absehbares Einsatzwachstum im Rettungsdienst sowie der Bau neuer Wachen bedingen mehr Mitarbeitende in allen Berufsgattungen. Um den gesetzlichen Auftrag auch zukünftig in hoher Qualität zu erfüllen, brauchen wir spezialisierte, gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte an der Front sowie im rückwärtigen Bereich. Doch auf dem Arbeitsmarkt herrscht in einigen Bereichen ein akuter Fachkräftemangel. Basierend auf der Personalplanung geht der Bereich Human Resource Management (HRM) davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 40 Prozent der heutigen Arbeitnehmenden pensioniert werden. Insbesondere im Gesundheitswesen und in technischen Berufen fällt es schwer, gut ausgebildete und engagierte Arbeitskräfte zu rekrutieren. Die Situation verschärft sich dadurch, dass gleichzeitig mehrere Unternehmen intensiv um die gesuchten Berufsgruppen bemüht sind. Folglich herrscht auf dem Arbeitsmarkt eine grosse Konkurrenz, und die Arbeitnehmenden können sich ihre Arbeitgeberin aussuchen. Der demografische Wandel zeigt sich auch im Kommunikationsverhalten: Arbeitsuchende nutzen vermehrt digitale Kanäle, um per gezielter Suchabfrage zum gewünschten Jobprofil zu gelangen, und senden ihre Bewerbungsunterlagen online. SRZ hat auf diese Veränderungen reagiert und die neue Arbeitgeberkampagne «Kein Job von der Stange» lanciert sowie den Internetauftritt ausgebaut. Ziel der Kampagne ist es, potenzielle Mitarbeitende zu begeistern und für SRZ zu gewinnen. Wie ist die Kampagne entstanden? Mitte 2018 gab die Geschäftsleitung grünes Licht für die Ausarbeitung einer neuen Arbeitgeberkampagne. Die Projektleitung analysierte zuerst SRZ-interne Kennzahlen wie Fluktuationsrate, Altersstruktur und Alter bei der Pensionierung. Ende 2018 organisierte das HRM einen Workshop mit 15 SRZ-Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Bereichen. Die Mitarbeitenden tauschten sich zum einen über ihre persönliche Wahrnehmung von SRZ als Arbeitgeberin aus, zum anderen reflektierten sie den medialen Auftritt von SRZ sowie die Auftritte von Konkurrenzunternehmen aus Sicht von Bewerbenden. Folgende Fragen wurden unter anderem besprochen: «Weshalb engagierst du dich für SRZ?» «Wenn du anderen von deinem Job erzählst, was sagst du ihnen?» «Wie heben wir uns positiv von unseren Konkurrenten ab?» Die Projektleitung fasste die Ergebnisse und Feed backs des Workshops zusammen und definierte daraufhin die Zielgruppen der Kampagne sowie die gewünschte Positionierung von SRZ auf dem Arbeitsmarkt. Die Resultate wurden in einem Grundlagenpapier festgehalten und die 20

21 ARBEITEN BEI SRZ Agentur Die Antwort mit der kreativen Umsetzung beauftragt. Die Agentur erarbeitete ein Konzept und präsentierte es der Geschäfts leitung von SRZ. Danach ging es schliesslich an die Umsetzung der Kampagne. Mitarbeitende von SRZ erwecken die Kampagne zum Leben Menschen wecken Emotionen. Darum wirken bei der Kampagne SRZ-Mitarbeitende aus verschiedenen Berufsgattungen mit, was dem Ganzen zusätzlich Authentizität verleiht. Im Juni 2019 wurden in der Wache Flughafen die Filmaufnahmen für die Videospots gedreht und das gesamte Bildmaterial für Plakate, den Internetauftritt sowie für sämtliche von SRZ betriebenen Social-Media-Kanäle erstellt. (Facebook, Instagram, YouTube, Twitter und LinkedIn) An zwei Mitarbeitenden-Anlässen im Januar präsentierte Beatrice Potisk, Bereichsleiterin HRM, die Entstehung der Kampagne sowie die Videospots und einige Plakate. Die Arbeitgeberkampagne wurde wenige Tage später lanciert, am 23. Januar Seit her ist SRZ auf ausgewählten Kanälen präsent unter anderem in den Social Media mit den Hashtags #keinjobvonderstange und #Zürirutscht. Es freut uns besonders, dass viele SRZ-Mitarbeitende diese Beiträge in den sozialen Medien mit ihren Netzwerken teilen, kommentieren und positiv bewerten. Sie leisten dadurch einen wertvollen Beitrag zur Anwerbung von neuen Kolleginnen und Kollegen, die sich für eine Anstellung bei SRZ interessieren. Und eines ist sicher: Es erwartet sie «kein Job von der Stange.» Text: Andrea O Suilleabhain Bilder: Die Antwort 21

22 IMPRESSIONEN Die Mitarbeitenden-Anlässe vom 14. und 21. Januar fanden im Kino Kosmos statt. In der Pause tauschten sich die Anwesenden über die präsentierten Themen aus. Mitte Februar konnten Feuerwehr und Sanität bei einem Dachstockbrand im Kreis 4 dank schnellem Eingreifen Schlimmeres verhindern. Dabei half die eingesetzte Drohne, der Einsatzleitung einen Ge samt überblick aus der Luft zu verschaffen. 22 Bei den Dreharbeiten zum Unternehmensfilm SRZ entstanden zahlreiche spannende Schnappschüsse.

23 BLAULICHT-GESCHICHTE Toby erzählt EIN SAUNABESUCH MIT FOLGEN Was gibt es Schöneres, als sich nach einem Saunagang direkt im eiskalten Zürichsee abzukühlen? Leider besuchte ich die Sauna am See nicht privat, sondern während der Arbeit. Der Alarm erreichte uns am späteren Nachmittag: «Männlich, ca. 50 Jahre, Verbrennungen», lautete die Einsatzmeldung. Mehr wussten wir noch nicht, als wir mit Sondersignal von der Wache Triemli Richtung Enge fuhren. Am Ziel angekommen, lotste uns der diensthabende Bade- bzw. Saunameister ins Sanitätszimmer. Dort trafen wir auf einen Mann mit umgewickeltem Badetuch. Er hielt seine Arme unter den Wasserhahn und spritzte sich immer wieder Wasser auf die Brust. Auf seinem Oberkörper sahen wir rote Streifen und Brandblasen. Letztere übersäten auch die Unterarme sowie die Handflächen grossflächig. Vereinzelt hatte sich die Haut schon abgelöst. Der Mann hatte enorme Schmerzen das sahen und hörten wir schon von Weitem. «Was ist passiert?», fragte ich sofort, während wir eiligst die Infusion und ein sehr potentes Schmerzmittel richteten. verkleben. Anschliessend wickelten wir den Mann in eine warme Decke, um ein Auskühlen zu verhindern, da dies die weitere Prognose verschlechtern kann. Nachdem wir den Patienten auf ein erträgliches Schmerzniveau gebracht hatten, begleiteten wir ihn zu Fuss aus der Sauna und fuhren anschliessend mit Sondersignal ins Universitätsspital Zürich, wo wir bereits von Fachärzten und anderen Spezialisten für Brandverletzungen in Empfang genommen wurden. Toby Merkli, Berufsfeuerwehrmann und Transportsanitäter bei Schutz & Rettung Zürich Illustration: Daniel Müller Blog Einsatzgeschichten: srz-blogeinsatzgeschichten Was er uns erzählte, liess uns erschauern. Der Mann hatte sich vom kühlen See zurück in die Sauna begeben. Dabei war er mit den nassen Füssen auf dem Platten - boden ausgerutscht und mit dem Oberkörper auf den Saunaofen gefallen um vom Ofen wegzukommen, hatte er sich mit den Armen und Händen abgestossen. Die anwesenden Saunagängerinnen und -gänger waren sofort zur Hilfe geeilt, trotzdem blieb unser Patient recht lange mit der heissen Kohle in Kontakt. Nachdem wir uns beim ansprechbaren Patienten über allfällige Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente informiert hatten, verabreichten wir ihm eine ordentliche Dosis Schmerzmittel. Wir versorgten die Wunden mit speziellen Brandverbänden, welche die Verbrennungen steril und atmungsaktiv bedecken, ohne zu 23

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Author: Allyn Kozey

Last Updated: 02/04/2023

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Name: Allyn Kozey

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Job: Investor Administrator

Hobby: Sketching, Puzzles, Pet, Mountaineering, Skydiving, Dowsing, Sports

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